Energiesparen im Haushalt bringt rund 650 €/Jahr
Privathaushalte haben ein enormes Einsparungspotenzial bei Energie. Das bedeutet einen massiven Gewinn für die Umwelt und für das Budget der Haushalte, die bis zu rund 650 Euro pro Jahr mehr zur Verfügung haben könnten. Für eine genauere Analyse wurde dazu erstmals detailliert der Strom- und Gasverbrauch in Privathaushalten erhoben.
Mit der neuen Studie „Strom- und Gastagebuch“ wurde erstmals detailliert der Strom- und Gaseinsatz der österreichischen Privathaushalte erhoben. Die Studie wurde vom Lebensministerium gemeinsam mit der E-Control bei der Statistik Austria in Auftrag gegeben und Mitte Februar 2009 präsentiert. Sie gibt Aufschluss über den Gerätebestand und den anteiligen Strom- und Gasverbrauch bei Heizung, Warmwasserbereitung, Beleuchtung, Haushaltsgroßgeräten und Unterhaltungselektronik. Um gezielte Einsparungsmaßnahmen ergreifen zu können, müssen die wahren Verursacher des Verbrauchszuwachses bekannt sein. Mit der Studie ist es ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung effiziente Energiepolitik gelungen.Von 1990 bis 2007 ist der Verbrauch von elektrischer Energie im Haushaltbereich um 23,6 Prozent gestiegen, er macht für das Jahr 2007 14.160 GWh und damit knapp 25 Prozent des gesamten Stromverbrauchs aus. Bei Naturgas beträgt der Anteil der privaten Haushalte am energetischen Endverbrauch für 2007 knapp 30 Prozent. Neben der Verwendung der Energieträger Strom und Gas für Warmwasserbereitung und Heizung wird ein großer Teil des Stroms für den Betrieb elektrischer Geräte und Beleuchtung eingesetzt. Dazu lagen bisher keine statistisch gesicherten Daten vor.
Ein durchschnittlicher Haushalt hat 2008 einen Gesamtstromverbrauch von 4.417 kWh. Bedeutende Verbrauchskategorien sind der Stromverbrauch für die Heizung (20,6 Prozent) und die elektrische Warmwasserbereitung (17,1 Prozent). Haushaltsgroßgeräte sowie Kühl- und Gefriergeräte verbrauchen gemeinsam 30 Prozent des elektrischen Stroms, für die Beleuchtung werden 8,6 Prozent aufgewendet. Der Stand-by-Verbrauch liegt bei 4,2 Prozent des Elektrizitätsverbrauchs der Haushalte, am bedeutendsten ist er für Unterhaltungsgeräte mit 128 kWh pro Jahr.
Einsparung von rund 650 Euro pro Jahr und Haushalt möglich
Allein durch den totalen Umstieg aller Haushalte auf Energiesparlampen könnten eine Million Tonnen CO2 eingespart werden. Für die heimischen Privathaushalte wäre das eine Gesamtersparnis von rund 300 Millionen Euro. In Kilowattstunden würde Österreich dadurch 1,9 Milliarden an elektrischer Energie einsparen, das ist die doppelte Energiemenge, die jährlich durch das Kraftwerk Freudenau produziert wird. Optimierte Heizungssysteme, gute Fensterdichtungen, der Einsatz energieeffizienter Geräte, die Reduzierung des Stand-by-Verbrauchs und kleine Handgriffe zum Energiesparen wie ungenutzte Stromverbraucher (PC, Licht, etc.) abdrehen oder geringere Waschtemperaturen verwenden, könnten einem durchschnittlichen Haushalt bis zu rund 650 Euro an Energiekosten Pro Jahr ersparen.
Das Lebensministerium bietet mit der Klimaschutzinitiative klima:aktiv bereits jetzt konkrete Programme für Energiesparen und energieeffiziente Geräte im Haushalt sowie in öffentlichen Institutionen und Unternehmen an. Darüber hinaus werden mit dem e5-Programm Gemeinden bei Aktivitäten im Bereich Energieeffizienz und Klimaschutz unterstützt. Raabau in der Steiermark dient hier als aktuelle e5-Vorzeigegemeinde, die mit Hilfe des Lebensministeriums zu 100 Prozent auf Energiesparlampen umsteigt. Für KonsumentInnen betreibt das Ministerium die unabhängige Website www.topprodukte.at, auf der Informationen über energieeffiziente Geräte eingeholt und Vergleiche angestellt werden können.
Als besonders zentraler Bereich für mögliche Energie-Einsparungen gilt der Sektor Raumwärme/Heizung, der auch zu den größten Klimakillern gehört. Durch den Umstieg auf moderne Holzheizungen oder Pelletskessel, kombiniert mit einer thermischen Solaranlage und einer optimalen Wärmedämmung kann ein Haushalt den energieverbrauch um bis zu 50 Prozent senken. Um diese Entwicklung anzukurbeln wird Umweltminister Niki Berlakovich die Erarbeitung und Umsetzung des „Masterplan Erneuerbare Energie“ gemeinsam mit dem Wirtschaftministerium massiv forcieren und seine Umwelttechnologie-Offensive 2009 konsequent vorantreiben.
Downloads
Strom- und Gastagebuch (PDF 324,8 kB )
18.02.2009, Lebensministerium Öffentlichkeitsarbeit


